thetwiggs
irgendwie voll schwul...
damals war er einfach kiki. nun ist er kiki aus berlin. ein titel, den er sich lange erarbeiten musste, bis er ihn wirklich ausfüllte. kiki lernte ich damals 1997 kennen. da wohnte er noch in bremen, aber ich habe mich damals nicht getraut, ihm das prädikat 'aus bremen' anzuhängen. mit kiki schrieb ich damals das epos 'die geschwister manson' und die fortsetzung 'manson resurrection'. zwei geschichten, angereichert mit den fiesesten insidern der vergangenen jahre, angefüllt mit lebensechten charakteren, poesie und liebe zum detail.
momentan bin ich dazu auserkoren, aus dieser geschichte eine flash-animation zu erstellen. das fordert mich ungemein, denn ich kann ja eigentlich nur grottig zeichnen. da sind die fußgemalten behindertenweihnachtskarten ein wirklicher hingucker.
jetzt war kiki aus berlin mal wieder über weihnachten zu besuch in bremen. also haben wir uns auch mal wiedergesehen. erst wollten wir unsere goldkehlchen ausschütten und wieder pocahontas im wald singen, doch das kalte dezemberwetter machte uns einen strich durch die rechnung. man kann nicht alles haben. so entschieden wir, mal wieder so richtig schön schwul wegzugehen, auch wenn man das nach der neuen deutschen rechtschreibung vielleicht anders schreibt. es war klar, dass wir uns erst nach zwei stunden in die disco trauten, da wir so verdammte schisser sind. damals war ich sowas wie der mutige löwe, der alles machte, was mit mut zu tun hatte. ich wurde immer vorgeschickt, um dinge zu tun, die sich niemand traute. ich habe mich immer getraut, bin mit meinem mutigen herzen an die front geschritten und habe getan, was von mir verlangt wurde. heute bin ich hingegen gelegentlich auch ein kleiner schisser. so sind wir dann, bevor wir uns doch in die disco trauten, stundenlang hin und her gelaufen, haben uns dann doch noch bei kikis schwester etwas vodka gegeben und sind dann in die höhle des löwen gegangen.
eigentlich totaler schwachsinn, sich nicht dort hinein zu trauen. irgendwie vollkommen sinnlos, weil wir ja oft schon zusammen schwul weg waren. nun denn.

ich gehe sonst sehr selten schwul weg ('schwul weg' - wie das klingt. das hört sich an, als würden wir malvenfarbene bachstelzenkostüme tragen und die ganze zeit unentwegt kreischen.), weil die musik in diesen discos und bars einfach das letzte ist. die meisten aber gehen ja nicht wegen der musik dort hin, sondern eher, um sich ihre rosette vergolden zu lassen. das war aber nicht unser anliegen. wir wollten uns über alte zeiten unterhalten, unser kindheitstrauma aufarbeiten und lästern, wie es kleine mädchen mit herpes tun. einfach frei sein und das herz springen lassen. peng.
kaum angekommen, traf ich einige leute von früher, leute, mit denen ich damals all meine freizeit verbrachte. es war schön, alte gesicher wiederzusehen, neue zu treffen und sich in einer fast menschenleeren bar mit ihnen zu unterhalten. ein gloreicher abend. es hat mir sehr gefallen und ich war sehr glücklich, endlich wieder etwas mit kiki aus berlin zu unternehmen.
wir sind auch erst ziemlich spät losgegangen. um 3h waren wir erst in der bar, disco, dem schmuddeligen ambiente mit löchern in den toilettenwänden oder wie man das auch immer nennen mag. gegen 9h oder 10h war ich dann zu hause.

verkatert hat mich dann mein gespaltenes ego geweckt und das verringerte selbstbild lud sich zum frühstück ein. wollte dann gegen abend zur rabenschwarzen nacht gehen. ein sehr unschwules partygedingse. aber meine königin lag gestern im sterben, hat die ganze zeit gekotzt und so. also setzte ich prioritäten und mache anstatt zu tanzen lieber einen krankenbesuch, da ich selbst auch den ganzen tag nicht in form kam. ich war noch immer vom kiki-aus-berlin-vorabend geplättet. man verträgt halt mit knapp 30 jahren nichts mehr, so wie damals, als man noch lebhaft durch das unterholz der kleinstadt huschte und sich stöcker zur tarnung unter die augenlider schob, dabei antichristliche lieder summte und sich lustige frauennamen gab.

das wetter ist hier heute sowas von zum kotzen. ich war schon draußen, um mir kippen zu holen, um dann hier herzukommen, um dann blog zu schreiben. es regnete kleine hunde, föten und so. dann merkte ich auf dem weg, dass ich mein feuerzeug daheim vergessen hatte. der tag war gelaufen. also habe ich mir beim türken eine mit geilem hackfleisch gefüllte teigtasche gekauft und mir den frust auf die hüften geknallt.
dann habe ich mich später noch einmal dazu herabgelassen, mich unter das fußvolk zu mischen, um den alltag ein erneutes mal anzutreten.
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(31.12.03 19:17) Hallo Norman! Zunächst möchte ich Dir einen - was auch wohl sonst - guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Irgendwie klingt das mittlerweile schon wieder so abgedroschen dass ich es kaum schreiben mag ..*g*.. Egal! Diesen Eintrag hier habe ich mal wieder Wort für Wort gelesen und bin zum wiederholten Male begeistert von Deiner Art zu schreiben. Übrigens Kiki aus Berlin scheint ja ein ganz süßes Exemplar menschlicher Männlichkeit zu sein :-) Das "schwul weggehen" kenn ich ja nun gar nicht ... Bin ja eine schwule Hete sozusagen und auch noch vom Lande. Ich denke wenn ich mit Dir schwul weggehen würde dann wäre das sprichwörtlich so wie der Elefant im Porzellanladen. Möchte Dir in den letzten dahinsiegenden Stunden des alten Jahres noch beichten dass wir zwei nun auch einen gemeinsamen Bekannten haben. Ich durfte ihn am Sonntag kennenlernen und stelle fest dass es mich immer mehr reizt Dich mal auf nen Kaffee oder irgendein anderes braunes Gesöff man kennenzulernen. In diesem Sinne nochmals alles das was Du Dir für 2004 wünscht! Greetz NLB PS: Bin ab Samstag erstmal 2 Wochen auf Gran Canaria. Aber nicht in Playa del Gay Ingles ... wie immer alle vermuten. |
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koksfotze (2.1.04 15:00) süß!...schlimmer als ich...süß |