thetwiggs
:wumpscut: - das ende einer ära?

gefunden auf kostenlos.de und dabei furchtbar abgekotzt! machen die denn vor nichts mehr halt? gibt es bald ein jamba, dass vollkommen auf die schwarze elektroszene zugeschnitten wird? dann gibt es sicher bald den 'crazy frog' in zerschlissenen netzstrumpfhosen zwischen den pubertären fans von 'tokio hotel' und anderem gut für gescheiterte personen.
ich sehe es schon vor meinem inneren auge, wie sich die randgruppen in der straßenbahn nicht nur gegenseitig ihre kindischen klingeltöne vorspielen, sondern auch den neuesten klingelton von :wumpscut:. vielleicht folgt ja irgendwann auch 'der blutharsch'.
ravenous
grandios! meine cd kam zwar nicht um neun, wie ich erhoffte, sondern erst nach zwölf. aber ich sehe davon ab, die post zu verklagen, da sie ja nirgendwo schrieb, dass sie meine cds immer um neun liefert. außerdem ist diese cd sowas von grandios, dass ich ihr einen eigenen eintrag widme. ich habe sie vorhin schon bei der mutter gehört und auch sie mochte die musik zum film. dann habe ich ihr vom film erzählt und sie meinte nur, dass sowas merkwürdiges ja sicher was für merkwürdige leute sei - also sowas wie mich. kuschelig, nicht wahr? sie hält ihre eigene leibesfrucht für eigenartig. ich glaube, ich backe ihr einen kuchen zum dank.

jedenfalls wirft mich dieser soundtrack vollkommen aus der bahn. so grandiose musik. man muss sie richtig laut über kopfhörer hören und dann so richtig mitgehen. einfach grandios. ein anderes wort scheint nicht erfunden zu sein.
ich habe mir einfach mal erlaubt, bei amazon ein paar hörbeispiele zu klauen, sie sollten dann kurz angespielt im winamp oder sonstwo zu hören sein, je nachdem, welchen player ihr installiert habt.
meine allerliebsten stücke sind:
-a game of two shoulders
-colquhoun's story
-the pit
-stranger at the window
-cannibal fantasy
zu den hörproben sei gesagt, dass es nur hörproben sind und ich weiß nicht, wie lange sie dauern und an welcher stelle des stücks sie einsetzen. ansonsten irgendwo nachschauen, ob man sie anderweitig findet.
als extra gibt es auf der cd von drei tracks einen mix von william orbit zu hören. er hat das orchestrale gegen elektronik eingetauscht und auch diese stücke sind wundervoll. ich befürchte, dass ich erstmal nichts anderes mehr hören werde.
amazon.com schreibt:
'michael nyman teaming up with blur's damon albarn? yes it's true, and--as odd as it sounds--the collaboration works. with its eerie mix of symphonic orchestrations and clunky ragtime, ravenous delivers gold rush-era instrumentation with all the eeriness of deliverance. stephen foster's "welcome to fort spencer" is transformed into an off-kilter (and off-key) romp by foster's social orchestra. "colquhoun's story" is a meditative squeezebox ditty that sounds downright otherworldly once a meditative flute kicks in. it's not all banjos and jew's harps, however: the michael nyman orchestra does its best imitation of copland's appalachian spring with "trek to the cave." the movie may have gotten mixed reviews, but this score is definitely worth hearing.'
so, nun habe ich euch genug mit meiner neuen cd belästigt. ich kehre nun in mich und lausche weiter.
irgendwie vom kannibalismus und scharfen hühnern...
durstig um kurz vor sieben aufgewacht. eine stunde gewartet, bis der lidl seine pforten öffnet, damit ich brause kaufen konnte. nebenbei habe ich mir noch meine warme mahlzeit für den tag gekauft. gleich gibt es also zum frühstück 'huhn china mit reis'. das mögen einige menschen vielleicht ekelig finden, wenn man sowas am frühen morgen in sich drückt. aber ich esse gerne warm zum frühstück. es soll ja sogar leute geben, die kuchen frühstücken. finde ich in ordnung. aber ich würde nicht um 4h aufstehen, um eine sechsstöckige torte für mein frühstücksverhalten zu backen.
ich warte auf den postboten. der sollte so gegen neun kommen. spätestens um halb zehn. ansonsten verklage ich die dhl oder sonstwen. ich warte auf eine cd. die filmmusik von 'ravenous' [ravenous - friss oder stirb] von michael nyman und damon albarn [blur]. merkwürdige musik zu einem merkwürdigen film für merkwürdige leute. kannibalismus und eintopf - meine lieblingsthemen für einem amerikanischen film.
auf die musik und den film bin ich durch eydís gestoßen. sie hat mir mal einige stücke auf eine cd gebrannt. die musik hat mir gefallen, wenn sie auch sehr gewöhnungsbedürftig war. dann habe ich den film gesehen und ihn sofort ins herz geschlossen. bei 'jens vom turm' habe ich dann einen michael-nyman-sampler gehört, wo stücke des soundtracks von 'ravenous' vorhanden waren. nun musste ich die ganze cd bestellen und habe sie für'n appel und 'n ei bei amazon gefunden. und ich hoffe, dass das verdammte ding endlich den weg zu mir findet!
während ich jetzt schreibe, lasse ich das chinahuhn auf mich wirken. danach muss ich mich im gesicht enthaaren und an einigen anderen stellen, die auf fotos nicht toll aussehen würden. danach bin ich dann tageslichttauglich und kann mich um meinen abwasch kümmern. das ist mein morgendlicher plan, bevor ich nach bremen-nord zur mutter fahre, um ihr frische crysanthemen in die augenhöhlen zu pflanzen.
dann schauen wir gemeinsam aus dem fenster und lästern über die nachbarn. mutter steht oft am fenster und guckt. ich habe schon versucht, ihr das abzugewöhnen, aber sie mag das so. habe ihr klar machen wollen, dass ihr leben doch sicher spannender ist als das der leute, die da draußen schlechtgekleidet auf der straße herumlungern.
dann haben wir beide genüsslich wie pubertäre mädchen gekichert und uns mit gebäckteilchen beworfen.
das huhn ist ganz schön scharf. vielleicht sollte ich danach als kontrastprogramm ein nutella-brot essen. oder kuchen.
gleich ist es neun. dann stelle ich mich mit einer schachtel kippen an die straße und warte auf den postboten. hoffentlich sieht der nicht gut aus. ich bekomme sonst komplexe, so wie ich heute aussehe. sogar die lidl-frau, die mich vielleicht heiraten möchte, hat sich nicht sonderlich über meinen heutigen besuch gefreut. alte zicke! habe ihr eine grippe mit bösem ausgang gewünscht.
ich habe mich heute wie eine der vielen abgehalfterten hausfrauen vor die news-tafel des lidl gestellt, dort, wo die non-food-angebote der nächsten wochen stehen. es gibt demnächst ganz viele halloweenartikel zu kaufen: schminke, hinstellsachen, kartoffeln im halloween-stil und vieles mehr. habe einiges nicht erkennen können, da dort dieser morgendliche tau drauf war und er so harmonisch auf dem dreckigen glas schimmerte. fast wie silberne perlen aus dem ozean. obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es im ozean silberne perlen gibt. ich bin nie weiter als nord- oder ostsee gekommen. und dort habe es nur algen oder vor jahren die marienkäferplage. das war vielleicht was! marienkäfer am strand, alle tot. roter sand. wenn man auf ihnen lief, klang es fast so wie frisches popcorn.
und dann waren dort nich die jungen mädchen mit den kleinen brüsten, die sich mit toten quallen bewarfen. solche erinnerungen bleiben hängen. aber lieber eine folge von schwachsinnigen erinnerungen als so ein böser kram, der einem hundert jahre therapie kosten würde. dazu zählen erinnerungen an exbeziehungen, exmitbewohnerinnen und alles andere, was die vorsilbe 'ex' verliehen bekam.
das chinahuhn ist alle. und ich habe kubikmeterweise reis zwischen den zähnen. das nervt mich jetzt gerade. und ich muss unbedingt nach oben an die straße und in meinen briefkasten schauen, ob die postsau schon da war. ich schaue mal eben.
nichts da. gut, es ist auch erst fünf nach neun. meine nachbarn müssen mich für total gestört halten, da ich seit acht uhr alle zehn minuten am briefkasten stehe. sollen sie doch. dafür zahle ich hier meine miete, um eigenartig sein zu dürfen.
und nun mache ich mich hübsch, denn mit rasierschaum im gesicht war ich noch nie am briefkasten.
irgendwie jenseits, vor allem von afrika...
es ist schon wieder oktober. im oktober verliere ich eigentlich immer meinen verstand. sitze dann sinnleer zwischen irgendwelchen menschen, die ich nicht kenne. gemeinsam schauen wir in ein loch, das sich zwischen einem stück holz versteckt. dann jubeln wir und sind weiterhin depressiv.
aber so muss das nicht sein. man kann ja auch in wunderschönen gedanken schwelgen und dabei die musik vom film 'out of africa' [jenseits von afrika] von john barry hören. dabei trinkt man orangenlimonade, die schon leer ist, raucht unendlich viele kippen und überlegt, ob man es wirklich nötig hat, an seinem körper mit fitness zu arbeiten, da doch eigentlich genug fleisch und so am körper dran ist. dann denkt man aber daran, dass man auch äußerlich geliebt werden will, denn wer schaut heute noch auf die inneren werte? dann weint man, weil die ganze welt so ein verdammt oberflächlicher scheißhaufen ist, kauft sich eine pistole und läuft gellend durch die einkaufspassage, um linke freunde zu treffen und zu treffen.
heute ist 'tag der deutschen einheit' - und ich denke, dass es uns allen vollkommen egal ist. es könnte auch erntedankfest, totensonntag oder sonstiges anstehen - es würde uns nicht kümmern (spiegelstriche, bindestriche und babystriche sind einfach toll). außerdem war die deutsche wiedervereinigung nicht am 3. oktober, das war irgendwann im november. aber wenn irgendwelche familien diesen tag feiern und es ihnen dabei gut geht, haben sie natürlich meinen segen. aber wer feiert schon den eigentlichen sinn eines feiertages? man freut sich, dass man nichts in arbeitslager muss und schläft bis die sonne hoch am horuzont steht. da wir oktober haben, wir das lange auf dich warten lassen. also schläft man bis mittag, abend, bis zu einer zeit, die draußen so aussieht, wie zu der zeit, zu der man ins bett ging. vielleicht schläft man auch gar nicht. so wie ich.

gut, ein wenig habe ich geschlafen, aber um 5:55h konnte ich nicht mehr schlafen. hatte einen traum. weiß nicht mehr, worum es dort ging. wahrscheinlich wieder etwas recht obskures. dann musste ich john barry hören, geschnetzeltes (züricher art) in der welle kochen und eine schachtel französische zigaretten rauchen. jetzt sitze ich noch immer hier. und es geht auf die acht uhr zu. ich werde mich wohl nicht mehr hinlegen. vielleicht später doch noch einmal. aber das ist nicht gut. das ist nie gut. dann bekommt man wieder so einen komischen rhytmus oder wie man das schreibt und geht mit krümeligem schlaf im auge zu lidl, wo einen dann die leute ganz komisch ansehen. gut, das tun sie auch, wenn ich nicht geschlafen habe oder gar nicht erst hingehe. würde ich für jeden blick, besonders wenn ich die reiterstiefel trage, einen euro bekäme, könnte ich mir eine finca in spanien kaufen und mich dort zur ruhe setzen. aber nach spanien zieht es mich überhaupt nicht. deshalb bekomme ich auch kein geld für komische blicke. basta!
was ist heute vor zwei jahren passiert? auf den tag genau bin ich mit dieser frau zusammengezogen, deren welt so klein war, dass ich jeden tag weinen musste, wenn sie im gleißenden sonnenlicht ihre 500kg fleisch durch das haus tanzen ließ. abartig. ich glaube, ich brauche mal eine therapie, um all meine negativen eindrücke der menschheit loszuwerden. es gibt zuviel menschenhass in meinem leben. zu viele böse erinnerungen an böse menschen. ich muss es irgendwie mal ausradieren lassen. denn ich kann mein leben nicht damit verbringen, andere menschen, die ich gar nicht mehr kenne, in meinen kopf zu lassen. das ist überhaupt nicht gut. dann knirsche ich mit den zähnen und bekomme diese gemeine zwangsmastrubatiösen zwänge und muss dann einfach hand anlegen. danach geht es mir dann wieder richtig gut. trotzdem ist es noch immer mein größter wunsch, bestimmten menschen die beine zu brechen. und da gibt es nicht nur sie. würde ich für jedes bein, das ich ehemaligen mitmenschen breche, einen euro bekommen, könnte ich mir eine finca in spanien kaufen und... lassen wir das.

am freitag. und ich glaube, dass es der freitag war. habe ich mir drei filme in meiner stammvideothek ausgeliehen (oder wie man jetzt sagt 'dv-thek'). später stellte ich erschreckend fest, dass alle filme robert de niro in der hauptrolle hatten und alle filme mittelmäßig waren. ich kann mir keine weiteren mysterythriller mehr ansehen. ich durchschaue den film nach der ersten minute, weiß dann, was passiert und wer der wirkliche bösewicht ist. so war es bei einem der filme. mir war einfach klar, welchen weg die handlung gehen wird. und das passiert mir immer häufiger! kommt das daher, dass die filmemacher einfach keine neuen ideen mehr haben oder liegt es an meiner ständig wachsenden reife? ich habe keine ahnung.
meine filmauswahl sah wie folgt aus:
'meet the fockers' [meine frau, ihre schwiegereltern und ich]
'hide and seek'
'godsend'
'hide and seek' war der besagte filme, in dem es um einen gefährlichen imaginären freund geht. ich wusste einfach, wie der film ausgeht, was die hauptursache des films ist und ähnlich wie in 'what lies beneath' [schatten der wahrheit] wird das eigentliche finale so lange mit irgendwelchem klamauk verdünnt, bis man ein weniger gescheites ende dafür bekommt. wieso können die es nicht bei einer auflösung lassen? dann bringt der bösewicht alle anderen protagonisten um und backt dann einen kuchen für die mutter. wer braucht in der heutigen welt schon ein happy end? wir wissen alle, wie hart das leben ist. deshalb kann uns auch keiner ein filmende mit liebe und sonne vergaukeln. oder ist es das, was wir sehen wollen? ich jedenfalls nicht. ich möchte blut und sich aufrollendes fleisch.

ich möchte mal wieder einen film sehen, in dem das böse gewinnt. dieser film ist dann teil einer trilogie und in allen teilen gewinnt das böse. und weil das so ist, langweilen sich alle bösen hauptdarsteller ab dem zweiten teil. sie überlegen, was sie machen können, nachdem sie die menschheit ausgerottet haben. sie spielen monopoly in der star-wars-edition, suchen in alten kisten auf dunklen dachböden ihre alte strick-liesel und machen sich farbenfrohe freundschaftsbänder, die sie sich gegenseitig liebevoll ins haar knüpfen. bevor sie die erde aus langeweile in die luft sprengen, ernten sie in jedem kontinent gänseblümchen und basteln kränze und ketten daraus. diese verkaufen sie dann innerhalb ihres bösen kults und lachen dabei in dosen, weil das so schön unheimlich und durchwachsen böse klingt.
mittwochs bestellen sie sich böse ungarische huren und hoffen, dass sie mit ihnen gute menschen zeugen können, die sie dann jagen können. aber die ungarische hure hat gelogen: sie kann seit des unfalls keine kinder mehr zeugen. das weiß der oberbösewicht nicht und lunzt immer wieder in die tansania, so ihr name, hinein. er denkt, es liegt an ihm, dass die tansania nicht kalbt. doch wenn er wüsste, was der wirkliche grund ist...

lassen wir auch das. ich sollte am besten keine geschichten schreiben oder filme drehen. das wäre sicher wie eine ausgeburt der hölle. außerdem kann ich auch gar nicht schreiben. ich habe einen ghostwriter engagiert, der mir dieses blog mit leben füllt. in wirklichkeit heiße ich stefanie, bin 34 jahre alt und studiere jura in berlin. zu meinen hobbies zählen yoga und plfaumensaft auf nüchternen magen, da ich es mit der verdauung habe.
mein hirn ist gerade mit frischen brötchen zur tür herein gekommen. ich will es nicht warten lassen. heute spielen wir zusammen bridge. das geht auch ohne karten. dann kommt etwas später die carola vorbei und baut mir eine orchesterharfe aus alter zahnseide. dafür bedanke ich mich mit einem französischen kuss. später kehre ich in mich und werde wieder so sinnfrei sein, wie gerade jetzt.
irgendwie rebellische erinnerungen...
eben dachte das leben, es könnte sich einfach mal vor meinem inneren auge erneut abspielen. schickte mir erinnerungen an die schülderdemonstration, irgendwann um 1992 herum. wir wussten nicht wirklich, weshlab wir auf dieser demonstration waren. gut, es gab schulfrei. aber ich meine, wir kannten den wirklichen grund nicht. war es wieder einmal gegen krieg oder die kürzungen an bremens schulen? war es vielleicht etwas ganz anderes? das war uns egal. damals wären wir auch zu demonstrationen gegangen, die für etwas standen, was gegen unsere prinzipien sprach, nur um schulfrei zu bekommen. das ist schlimm. somit waren wir in der blüte unserer jugend käuflich - einige von uns sind es sicher heute noch. gut, keiner würde in den krieg ziehen, um schulfrei zu bekommen. aber das ist eine andere geschichte.
jedenfalls waren wir auf dieser demonstration vor der bürgerschaft in bremen. dort standen einige, auch welche, die nicht mehr die schule besuchten. wahrscheinlich haben sie dafür etwas anderes bekommen. vielleicht einen korb randvoll mit prunkvollen früchten aus dem süden. wer weiß das schon so genau? heutzutage sind menschen aus vielerlei gründen auf den straßen anzutreffen. zum betteln, zum ficken, zum sterben und zum demonstrieren.
ich denke, wir waren auf der demonstration, weil wir wie unsere verkifften väter sein wollten, die damals in den 60er jahren, oder wann das war, andauernd auf den straßen waren, die gesetzeshüter mit steinen bewarfen und überall freie liebe praktizierten. das muss eine grandiose zeit gewesen sein. ich habe mutter mal gefragt, da sie ein schlaghosenmädchen war, ob sie damals oft auf lsd war. sie meinte, sie habe sowas noch nie probiert. das glaube ich nicht. alle menschen, die in den 60er- und 70er jahren unterwegs waren, nahmen drogen, weil das so zum leben dazu gehörte, wie waschen, zähneputzen und demonstrieren - wo wir wieder beim thema wären.
genau, es war irgendeine schüler-/lehrer-demo. irgendwas langweiliges. wir standen da herum, haben uns die reden angehört. ich überholte noch einmal meine frisur, da ich irgendwo die presse vermutete. war aber keine da. ich war aber mal in der zeitung. im kindergarten. ich trug eine schreckliche bluse (blouse? bluhuse?) in rot mit weißen punkten. früher wurde ich immer dazu genötigt, solche dinge zu tragen. heute arbeite ich bei der modepolizei, um solche dinge auszurotten.
was ich eigentlich erzählen wollte, fand nach der demo statt. ich war damals sehr rebellisch, wollte gerne etwas zerstören und ein idol sein, eine ikone der freiheit. ich wollte öffentliches urinieren solonfähig machen. deshalb regte es mich auf, dass alle nach der demo nach hause wollten. ich schnappte mir ein paar komische mädchen mit zotteligem haar und schlug vor, dass wir die hauptkreuzung am hauptbahnhof besetzen sollten, damit wir mal etwas aufregendes in unserem leben erlebten. diese idee fanden sie grandios. war klar. kam ja auch von mir.
wir gingen zu besagter kreuzung, dort, wo die straßenbahnen alle vorbeikommen, die zum bahnhof fuhren. wir warteten die ampelphase ab, dann setzten wir uns zu zehnt auf die kreuzung und schauten traurig. es entstand ein straßenbahn- und autostau. man schrie uns an, wir sollten uns doch bitte verpissen. aber wir taten es nicht, wir...
a)...saßen noch einige stunden auf der kreuzung und schauten noch trauriger, schrien durch die gegend, wie rebellisch wir doch sind, dass wir bis zum letzten tropfen für unser vaterland kämpfen und unsere ehre treue heißt. dann kamen dreizehn polizisten mit mannschaftswagen, die wir mit alternativem zeugs bewarfen. steine hatten wir keine. ich biss einem polizisten das rechte ohr ab. dann wurden wir alle eingekerkert und noch heute sind wir die helden der statt. ich habe noch unzähle narben des straßenkampfes auf dem ganzen körper verteilt.
b)...saßen noch eine minute da. als man meinte, man würde die polizei rufen, standen wir auf und holten uns im laden an der ecke einen apfelsaft.

wieso ist mir das heute eingefallen? keine ahnung. ich habe oft komische erinnerungen an erlebte dinge. diese erinnerungen kommen irgendwann in mein süßes köpfchen und verleiten mich, dieses erlebte noch einmal zu durchleben. es fiel mir ein, als ich stolperte. ich wäre beinahe auf die straße gefallen, wollte ich doch mit einem gigantischen hechtsprung über die straße springen, um auf die andere seite zu kommen. aber solche aktionen haben mir schon oft das leben gekostet. einmal bin ich in den straßenbahnschienen hängengeblieben und habe mir beide hände und das knie aufgeschlagen. und ich war auf dem weg zu einer party! das ist grausam. ich habe noch ein foto meiner wunde, das dorn von ihr machte. ich hatte die befürchtung, dass die türsteherin mir aus nettigkeit den einlassstempel direkt in die wunde drückt. solche menschen gibt es, die probleme mit ihrem gatten haben und dann anderen leuten schaden möchten, um irgendein orgasmusnahes erlebnis davontragen zu können.
anderes thema. katrin macht den besten kaffee. jan macht auch tollen, aber katrins kaffee ist anders. man muss katrin einfach mal besuchen und ihren kaffee trinken. denn wir haben heute unseren gemeinsamen projekte mit der königin geplant. und das wird sicher alles gut, wenn wir denn auch alles umsetzen können. ja, der kaffee, der war richtig gut. eigentlich bekomme ich von kaffee immer magenschmerzen, aber bei katrins nicht. gut, daheim hatte ich fiese blähungen und danach kurz bauchweh. aber das hat sich wieder gelegt.
sonst gibt es nichts zu erzählen. aber vielleicht die nächsten tage. ich weiß es noch nicht, wäre auch blöd, wenn ich das wüsste. denn dann könnte ich ja schon jetzt den eintrag schreiben und das hat wenig sinn. deshalb trinke ich jetzt meine getränke und werde den abend begießen.
irgendwie vom kleinen stern des glücks...
es hätte alles so schön sein können. ich wäre auf den schwingen des glücks geritten, irgendwelche übermenschen hätten mich in ihre geheimloge aufgenommen und sibirische jungfrauen hätten mich in gold getaucht - einfach so zum spaß. die narrenkrone hätte ich gegen eine wirkliche krone eingetauscht, das zepter besaß ich eh schon lange. aber auch das werde ich abgeben. ich lebe halt nicht in einem märchen, wo man gebratene enten von den bäumen frisst, wo jeden tag der soundtrack des lebens aus imaginären lautsprecherboxen fließt. es werfen auch keine menschen konfetti, wenn ich das haus verlasse. niemand rollt mir einen teppich aus, wenn ich die sonne grüße, mit spatzen um das haus fliege und mit ihnen die frischen kirschen des herbstes nasche. ich nehme auch an, dass die kirschenzeit eh einige monate vorher ihr ende fand. all das habe ich auch nie erwartet. weder kirschen, noch eine krone oder jungfrauen, die es eh nicht gibt. sie sind sicher mehr oder weniger eine öde erfindung von liebeshungrigen philosophen, die ihr wasser heimlich aufsprudeln.
ich bin einfach auf dem boden geblieben, so als hätte ich mich nie von der stelle bewegt. der boden besitzt noch immer meine form. sie vertiefte sich nicht, weichte keinen zentimeter von sich selbst. ruhte einfach als tara vor sich hin, warte auf meine rückkehr. doch sie wusste nicht, dass ich niemals fort war. hat mich nicht mehr wahrgenommen, zu lang ruhte ich in ihr. wurde eins mit ihr. gelegentlich denke ich, dass ich eh nur die tara meinerselbst bin. der bodenlose inhalt dessen, was mich ausfüllen sollte, nur fehlt die hülle dazu.
'herr twiggs, wieso habt ihr solche gedanken, ihr arbeitet doch nun, habt jeden tag eine aufgabe, die euch ganz macht? euer leben ist vollkommen, ihr habt arbeit! ihr solltet nicht daheim sitzen und euch grämen. knuddelt den tag mit allem, was dazugehört. nehmt ein wenig von dem gold der sonne in eure verkrüppelten hände und lasst die kraft des lichtes in euch fließen! das ist es, was das leben ausmacht. gönnt euch eine handvoll davon und...'
das ist natürlich alles sehr lieb, aber ich habe mich entschieden, diesen job nicht zu machen. es gibt vielerlei gründe, die mich davon abhalten, mich selbst aufzugeben und ein schmieriger telefonverkäufer zu werden, der anderen menschen irgendwelche bestellungen aufdrängt, der sich die probleme anderer menschen anhören muss, leidende und verstorbene menschen anruft und dennoch dinge verkaufen muss, ganz gleich, welches leid den angehörigen wiederfahren ist. einfach immer mit dem daumen drauf. zerdrück die kleinen leidenden leiber, zeig ihnen, wie schön es ist, am telefon bettwäsche zu kaufen, obwohl die ehefrau erst seit letzter woche bestattet ist. bettwäsce ersetzt die ehefrau, fürn arsch.
es ist nicht meine welt. schön wäre es gewesen, seinen kopf auszuklinken, sagen zu können, man hätte arbeit. es wäre zu schön gewesen, doch kann ich mich selbst nicht aufgeben für etwas, wo ich nicht hinter stehe. würde ich diesen job weitermachen, würde ich dies aber tun. ich würde mich aufgeben, würde in eine andere rolle schlüpfen und zu einem schmierigen etwas mutieren, das ich immer hasste.
anfangs waren kopf und bauch gleicher meinung. später war nur noch der bauch dabei. aber heute sagen mir beide entscheidungsträger, dass ich besser etwas anderes machen sollte. ich bin nicht zu schwach für diese arbeit, hingegen aber auch nicht stark genug. ich meine, ich muss gegen meine prinzipien arbeiten, mich, wie schon eben gesagt, vollkommen aufgeben. ich muss jemand anderes sein. den ganzen tag. acht stunden lang über 300mal meinen kleinen spruch aufsagen und alte menschen dazu bringen, bei mir etwas zu bestellen. die ganze zeit bin ich freundlich, als hätte ich fünf pappen gefressen. wenn ich mit leid konfrontiert werde, muss ich gut argumentieren, damit die leute aus ihrer trauer heraus dennoch bei mir bestellen. eigentlich muss ich augen und ohren davor verschließen, was mir entgegengebracht wird. ich gebe mich auf, darf nur noch stimme und knallharter verkäufer sein. gut, ich hatte schon vier bestellungen angenommen. aber ist das ein guter wert? wenn ich es hochrechne, ist es gleich null. vier bestellungen in zwei tagen nach 600 anrufen. wie rechnet man das aus?
acht stunden täglich. 300 oder mehr anrufe tätigen. das geht gut von der hand. die zeit vergeht wie im fluge. das macht mir nichts aus. es soll nicht der eindruck entstehen, dass es zuviel arbeit für mich ist, dass ich diesem leistungsdruck nicht gewachsen bin. nur habe ich festgestellt, dass ich für so eine art arbeit nicht gemacht bin. ich kann menschen nicht mit gegenargumenten und psychologischen tricks das geld aus den rippen kratzen. ich könnte auch keine ungarischen mädchen verschiffen, in einer drückerkollone arbeiten oder indische kinder peitschen, weil sie nur 50 teppiche an einem tag mit ihren kleinen händen knüpfen können.
ich bin nicht so ein mensch. und ich brauche eine arbeit, bei der ich mensch sein kann und soll. ich suche nichts extravagantes, würde auch in irgendeinem behinderten lager irgendwelche kartons zerreissen oder irgendwelchen omas pflaster aufkleben - aber dabei wäre ich noch mensch. ich würde nichts machen, was gegen mich selbst spricht, wo mein kopf und mein bauch sich gegenseitig bekämpfen.
und genau das passiert in dem callcenter mit mir.
morgen gebe ich mein headset ab und werde aus dem vertrag aussteigen. dann werden die schlafstörungen und die nackt- und zahnträume endlich aufhören. hoffentlich. ich bin der ganzen sache nicht gewachsen. worte wie verkaufstalent sind mir fremd. ich möchte mich nicht in diese schublade pressen lassen. natürlich kann ich argumentieren und leute sicherlich dazu bringen, genau das zu tun, was sie eigentlich gerade nicht tun wollten. und genau dort liegt der punkt. es ist eine psychologische waffe, die man in sich selbst verstärkt aufbaut. hat man irgendwann eine gewisse schwelle überschritten, kann man sich vor sich selbst nicht mehr retten. man hat keine skrupel mehr und arbeitet nur noch so. irgendwann laufe ich mit einem grünen staubsauger von tür zu tür und sauge in anderer leute wohnzimmern mit einem debilen lächeln meinen mitgebrachten staub.
oder ich lade alte frauen zu mir nach hause ein und zeige ihnen, wie toll diese kleinen plastikbehältnisse sind, die sogar eine extraklappe für salz haben. nein, so will ich nicht enden. so kann ich nicht enden.
wie schon gesagt, ich würde auch erstmal für den übergang eine einfache arbeit nehmen. wie z.b. im lager. habe da auch was in der zeitung gesehen und dort werde ich anrufen und es nehmen, wenn sie mich wollen. bei so einer arbeit sind gedanken erlaubt. dort muss ich meinen kopf nicht ausschalten. dort hat man noch andere themen in der pause als die anzahl der abgeschlossenen bestellungen. das war wirklich so. du willst dich in der pause erholen und dann kommen kollegen auf dich zu, die dich dann fragen, wieviele bestellungen du schon eingeholt hast. und ich habe mich dabei ertappt, genauso zu ticken. keine anderen themen gibt es mehr. es wird nur noch über bestellungen und anzahl der 'calls' gesprochen. nichts anderes zählt mehr. wer jetzt schon seine hülle abgestreift hat, wird wohl nicht mehr zurückkehren.
vielleicht habe ich den absprung geschafft, vielleicht auch nicht. aber für mich selbst weiß ich, dass ich richtig handel.
es ist mein leben und ich bestimme, wie es vorangeht. meine gedanken sind bei mutter, die sich sehr freute, dass ich alles so gut packte und mich in dieses team eingliederte. ich überlege, wie ich es ihr beibringe. eigentlich ein blöder gedanke, denn wieso muss ich mit 27 jahren eine rechenschaft ablegen, nur weil ich mich in einem job nicht wohlfühle?
eine frage, auf die es keine antwort geben wird. mutter ist sehr dominant und unser verhältnis hat fast ähnlichkeiten zu dem mutter-sohn-verhältnis von norman bates und seiner mutter. was mutter sagt, ist gesetz. gut, das ist leicht übertrieben, aber es graut mir davor, sie damit zu konfrontieren, will ich doch auch mal vor ihr glänzen. will ich doch auch als der sohn erscheinen, der etwas zu ende bringt. der einen job hat und diesen bis zum erbrechen ohne mit der wimper zu zucken ausführt.
das kann ich auch, nur war gerade dieser job nicht das richtige. ich habe mich von anfang an selbst belogen. habe mir vorgemacht, dass ich es kann und schaffe. habe mich selbst in diesen job hineingerettet, um das arbeitsamt nicht mehr in meinem nacken zu spüren. ich wollte frei sein. frei von allem. doch bringt es mir nichts, aufzustehen, menschen zu belügen, nach hause zu kommen, um dann wieder nach einigen stunden erschöpft ins bett zu fallen, um am nächsten tag wieder aufzustehen, um dann wieder frisch zu sein, um menschen zu belügen.
kurz und knapp: der kleine leuchtende stern, der kurz vor meinem auge aufglimmte, hat sich wieder zurückgezogen und schwirrt nun wieder in seiner umlaufbahn. er wartet darauf, dass er wieder vor mir erscheinen kann. dafür ist es ja auch mein glücksstern. er hat nur im sinn, für mich zu leuchten. er hat keine andere aufgabe, deshalb ist er auch nicht traurig darum, wieder mit den glückssternen anderer menschen im all zu kreisen. er wird warten, dass er eines tages zu mir zurückkehrt und bleiben darf...

...und, da bin ich mir sicher, wird dieser tag irgendwann kommen.
(macht euch keine sorgen. auch wenn mein telefon heute nicht erreichbar ist, es geht mir gut. ich liege nicht wie sonst despressiv daheim, ich muss nur heute einfach für mich sein und in mich gehen. meiner entscheidung herr werden. danke.)
drohne
ich bin früh wach, denn ich habe seit heute einen neuen job! um 9h geht es los und das ist nicht nur positiv, sondern auch spannend.
nein, ich gehe nicht anschaffen.
irgendwie von der klassik und ekelhaften frauen...
heute bzw. gestern (sonntag, um genau zu sein), war ein abend, an dem ich gerne französischen käse gegessen hätte. dazu einen teuren rotwein aus irgendwo und kastanietten, oder wie man das jetzt schreibt. denn das sind die zutaten, die einen abend erst so richtig unvergesslich machen. leider hatten wir, wie auch im jahr zuvor, an diese drei dinge nicht gedacht. aber dennoch war der abend wieder richtig schön.
er lief unter dem motto 'musik und licht' und spielte sich am künstlich angelegten holler see ab. wahrscheinlich wird das auch zusammen geschrieben (ja, wird es!) und man wird mich morgen mit steinen bewerfen, obwohl ich doch so hyper-ortskundig bin. dann kommen noch schlaue leute vorbei, treten in meinen toten körper und schreien dabei, dass der see nicht künstlich angelegt wurde, sonders durch einen meteoritenregen, den es hier vor 100 jahren mal gab, entstand. aber das ist eine andere geschichte. und ich werde diese nun erzählen.
'musik und licht' - klingt irgendwie nach parade und lichterdom, braunen bonbons und arbeitslagern. ist aber nicht so. es ist ein klassisches open-air-erlebnis, das am sonntag zum 17. mal stattfand. dort spielt dann das orchester der musikschule bremen klassische stücke, teilweise auch filmmusik. in der mitte kommt dann feuerwerksmusik mit einem echten feuerwerk, das dann doch etwas asynchron zur musik verläuft. es war auch nicht so bombastisch wie letztes jahr. es wurde nicht von 'ahs' und 'ohs' untermalt, wie man sich das bei einem großstatdfeuerwerk so vorstellt. überall muss gespart werden. so auch hier.
auch die filmmusiken haben mich nicht besonders angesprochen. das orchester wurde vor die wahl gestellt, ob es lieber etwas von 'herr der ringe' oder 'fluch der karibik' einstudieren möchte. die schnupfnasen haben sich auf musik aus dem film 'fluch der karibik' geeinigt. da sieht man mal wieder, was solche menschen für einen verkorksten geschmack haben. gut, so richtig gutgespielte snare drums live zu erleben, hat schon einiges. aber das war es dann.
bevor ich nun weiterspiele, ich meine, weiterschreibe, gibt es ein kleines suchspiel. unter diesem absatz folgt ein bild des sonntäglichen abends. auf diesem bild bin ich zu sehen, versteckt in der menschenmenge. wenn man mich direkt sehen möchte, klickt man einfach auf das bild, um es in groß sehen zu können.
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das war auch eine wirklich verrückte geschichte, wie ich an dieses hochaktuelle bild gekommen bin: ein bekannter aus dem chat hat es gemacht. er sprach mich heute im chat an und fragte mich, ob ich auf diesem konzert war. er ging zehn minuten hinter mir und erlebte meine philosophie über das wort 'heiermann'. später im gespräch sortierte er seine fotos aus und fand mich dazwischen. ist das nicht verrückt?
egal. ich habe mich besonders über das stück 'air' von johann sebastian bach gefreut, das anlässlich zum vierten jahrestages des anschlags auf das WTC und in gedenken an die opfer von new orleans gespielt wurde. ein grandioses stück, wie man es auch aus der brausewerbung kennt. ich glaube, ich muss das gleich mal anmachen und dazu eine gedenkzigarette rauchen.
geschehen. es sollte meine wöchentlichen charts nachträglich beeinflussen.
hinter uns saß eine ekelhafte frau mit eheproblemen, die es wohl nicht so toll fand, dass wir vor ihr saßen. sie hat böse geschaut, besonders, als ich beinahe ihren fusel mit frau torkels stuhl umwarf, den ich dort zusammengerollt ablegen wollte. wieso gehen personen, die unendlich mit problemen beladen sind, auf ein open-air? sollen sie doch daheim ihren gatten mit tellern bewerfen oder die tochter ohrfeigen. irgendwas findet sich immer.
ich werde nun ins bett gehen. ich habe frank versprochen, ihm nachher beim deckenstreichen zu helfen. dafür sollte ich fit sein und gut aussehen.
nichts erlebt...
mein liebstes ding auf erden, wie konnte ich dich nur so schleifen lassen, dich so vernachlässigen und dich nicht täglich mit worten und sätzen füllen. mein kleines, armes baby. mein heißgeliebtes weblog. ja, ich habe mich gehen lassen (das scheint momentan 'in' zu sein).
ich habe nicht spektakuläres erlebt oder getan. nichts in brand gesteckt oder ähnliches. ich habe einfach nur gelebt. bin zwischendurch in einem künstlich angelegenten see schwimmen gewesen, habe fremde oberkörper betrachtet und mir sowas in der art gewünscht. sonst ist nicht passiert.
gut, vielleicht werde ich ab nächste woche wieder zum arbeitende volk gehören und mit meinem heiß verdienten geld die hungernden münder stopfen. aber bis dahin ist es noch zeit.
nein, ich habe nichts spannendes gemacht oder erlebt. habe wie immer menschen enttäuscht und gequält. nichts neues.
und schon wieder bin ich auf bier. der alltagsdroge der deutschen. langsam werde ich ein normal-bürger. werde es auch bald viel eher sein, wenn ich erst einen waschbrettbauch mein eigen nennen darf.
ich werde nun gleich auf monster einschlagen und zusehen, dass ich was erlebe. es scheint das sommerloch zu sein, das mich momentan davon abhält, etwas zu erleben oder hochgradig kreativ zu sein.
leben, irgendwie...
irgendwie vom 'heide-park' und 'cabaret vulgaire'...
ich möchte gerne ins koma fallen und dieses wochenende in einer endlosschleife noch einmal erleben. es war ein wochenende, das seinesgleichen zu suchen vermag. was auch immer dieser satz aussagen soll. es war alles dabei: nervenkitzel, nervenkitzel und männliches fleisch.
aber fangen wir doch einfach ganz vorne an.

ihr tragt schwarz, deshalb dürft ihr nicht lachen, keinen spaß haben oder in freizeitparks gehen, um dort zu lachen und spaß zu haben. haben wir aber einfach gemacht. und es war löblich. wir werden noch unseren enkelkindern davon erzählen.
wir, ein kleines grüppchen, schlossen uns am samtag zusammen, um den 'heide-park soltau' mit unserer anmut zu erobern. also sind wir früh losgefahren, um gleich um 9h zur öffnung des parks anzukommen. gesagt, getan. schnell noch eben das auto versteckt, eintrittskarten zu schnäppchenpreisen gekauft und dann rein in den park. schnell mit wumbo kuscheln, nierensaft wegbringen und dann rein ins getümmel (ich frage mich oft, wieviel liter urin in einer saison im freizeitpark zusammen kommt).
aber diese statistik ist nun egal und sicher auch vollkommen ungenau, da auch andere dinge den bach runtergehen.

wir hatten wirklich sehr viel spaß und ich habe mir dinge zugetraut, von denen ich noch immer zehre. ich war in allen achter- und loopingbahnen, im 'scream', einem turm, von dem man 75m in die tiefe stürzt und ein russen karussel mit bunten pferden. fantastisch. besonders hat mir die neue achterbahn 'colossus' gefallen, die eine absteigung, ein gefälle, oder wie das heißt, von 61° hatte. dort fühlt man erstmal, ob man auch wirklich lebt.
kilometergeld haben wir leider nicht bekommen, obwohl wir doch knapp 8 stunden durch den park liefen und keine müdigkeit vortäuschten. zwischendurch kreischen, pausieren und so.

mag jetzt alles nicht so toll klingen, weil ich das gerade ziemlich ausdruckslos schreibe, aber ich bin noch immer ziemlich geschafft vom wochenende, dazu aber später. ziemlich hat auch die wasserbahn gerockt. wann immer wir eine steigung hinauffuhren, haben wir die namen unserer begleiter durch den park geschrien, haben lustige gesichter für fotos gemacht. einfach grandios.

ich möchte mich noch einmal bei allen beteiligten dafür bedanken, dass sie alle so gut gekleidet waren. man fasst sich wirklich an den kopf, wenn man sieht, wie einige menschen gekleidet sind. es nicht nicht nur abgehalfterte mütter, die sich gehen lassen, es sind auch die jungen leute, die einfach keinen esprit ausdunsten. ohne ausstrahlung tragen sie jogginghosen oder kombinieren komische farben. einfach grässlich. ich denke, es wird mal wieder zeit für einen einsatz der modepolizei, die die fashion-victims leveln wird. hässliche leute kommen dann in knüpft-kolonien, wo sie bis an ihr lebensende kleidung für die reichen und schönen herstellen müssen. alles per hand und nur mit liebe.

über das 'heide-park'-event werde ich die nächsten tage noch einmal schreiben, wenn ich weitere fotos von bettina und volker bekommen habe. dann werde ich diesen tag noch einmal revue passieren lassen. nun muss ich meinen kopf erst einmal leer bekommen. etwas anderes schwirrt darin herum. muss es niederschreiben und davon berichten. habe etwas in dieser art noch nicht erlebt. möchte es wiedererleben, darin aufgehen, gerne mein shirt zerreissen und fremde genitalien anfassen. aber kommen wir doch mal zum punkt.
gestern abend, nach der rückkehr vom 'heide-park', wollte ich nur noch die beine hochlegen, mich entspannen und früh zu bett gehen. da klingelte mein telefon. es war barbie.
barbie fand in einem veranstaltungskalender eine party mit dem namen 'cabaret vulgaire' - fickificki und elektropunk. oder so ähnlich. nichts für gaffer und spanner. sehen und gesehen werden. anfassen. sexueller kontakt erwünscht. dresscode von barock bis burlesk. mit darkroom, küss-wettbewerb, gogos und einigen grandiosen live-auftritten von bands und solokünstlern.
die party fand in hamburg in der weltbühne statt. von außen sehr unscheinbar. es soll mal ein altes kaufhaus gewesen sein. eine rolltreppe, die die gäste zur party nach oben bringt, ließ noch von einer vergangenen ära eines kaufhauses schließen. zu anfang fand ich es dort so dermaßen langweilig, dass ich am liebsten wieder nach hause gefahren wäre. man wartete auf sein getränk zwanzig minuten an der bar, niemand setzte seine schwarze maske auf, die es kostenlos an der kasse gab. die musik machte mir kopfschmerzen. mag ich doch swing und sowas nicht. das publikum war famos: eine frau im brautkleid, ein mann in gummi, latexleute, eve-braun-kostümchen, frauen in strapsen, männer in strapsen, männer oben ohne, knutschende frauen und so. grandios. ich fühlte mich zuhause. irgendwie. aber auch leicht spie0ig. definiert man hier einen freak vielleicht anders, hat hamburg diese definition einfach neu erfunden. aber es war richtig sympathisch.
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monster zoku onsomb
dann begann die erste performance. französische technostücke o.ä., live gesungen von monoprix mit dem tollen körper. später, und das war eines der highlights, trat namosh auf. auch ein solokünstler, der durch seine art und sein gesangstalent bestach. später kam noch der auftritt der band 'monster zoku onsomb' und das war wirklich der hammer. eine musik fern jeglicher definition. krach würde es nicht treffen, würde ihr talent sicher runterwerten.
die nacht war jung und die ersten menschen ließen ihre hüllen fallen, zogen sich zurück auf die kuschelwiesen. ein charismatischer sänger wurde ans andreaskreuz geschnallt und die gogos peitschten ihn aus oder leckten seinen rücken (habe ihn auch angefasst und lecke noch immer meine zahlreichen zeigefinger). getanzt wurde zu verschiedener, teilweise noch nie gehörter musik. auf der bar tanzten frauen und männer, halbnackt. wundervoll.
eine weile habe ich einen fremden menschen gestreichelt, der irgendwo auf einer matratze lag und ins koma gefallen war. er hatte zuviel getrunken. ich streichelte sein schönes haupthaar, seinen tollen körper und sein adonisiertes gesicht. seine hände waren so zart und weich. irgendwann wachte er auf und ich war im besitz seiner telefonnummer.
ich hoffe, dass an diese partyreihe angeknüpft wird. ich hatte lange nicht mehr so ausgelassen auf einer party getanzt, lange nicht mehr so ein tolles gefühl gehabt. ich finde kaum worte dafür. meine augen haben viel gesehen und jetzt kann ich es noch kaum verarbeiten. bruchstücke des abens preschen in meinen kopf, ein trog wird mit neuen gedanken gefüllt. ich möchte wieder dort hin, möchte mich gehen lassen, mit der musik. möchte durch verendete männerleiber hüpfen, möchte freak sein. möchte im takt der musik ein lyrisches petting erleben. möchte fremden schweiß auf meiner haut spüren.
um 8h haben wir die party verlassen. zu dieser zeit war ich schon 27 stunden auf den beinen. es war ein gloreicher abend. ich kann es nur immer wieder erwähnen. ich hoffe auf eine weitere party der marke 'cabaret vulgaire'.